Entstehung

Neurophysiologisches Modell
(momentanes Denkmodell)

Äußere Haarsinneszellen können sich aktiv bewegen, d.h. sie können sich zusammenziehen oder dehnen. Diese Bewegungen wirken auf die Flüssigkeit im Cortiorgan, diese fängt unterschiedlich stark an zu zirkulieren. Dadurch werden die inneren Haarsinneszellen beeinflußt. Bei hohen Pegeln entsteht eine Gegenbewegung der Wanderwelle, dadurch wird der Schallpegel etwas gedämpft.

Bei Tinnitus geht man davon aus, daß die äußeren Haarsinneszellen zum Teil ausfallen. Dadurch funktioniert die Beeinflussung der inneren Haarsinneszellen nicht mehr. Bei hohen Pegeln fehlt die "Dämpfung", so entsteht eine Überempfindlichkeit bei lauten Lautstärken (Hyperakusis), bei leisen Pegeln fehlt die "Anhebung".

Ein gesundes Ohr prüft ständig, ob ein Schallereignis vorhanden ist, in ruhiger Umgebung wird das Ohr stärker sensibilisiert. Fehlt nun die "Anhebung" bei leisen Pegeln, kommen weniger Reize zum Cortex, das Gehirn versucht dann durch Aktivierung der äußeren Haarsinneszellen das Ohr noch stärker zu sensibilisieren. Es kommt dadurch zu unkontrollierten Impulsen von Cortex und Innenohr. Die Wissenschaftler gehen davon aus, daß es durch die Fehlimpulse im Gehirn zur Verstärkerung des Geräusches kommt und im Cortex abgespeichert wird. So entsteht der Tinnitus.